Ich bin Emma Kanerva, eine Dressurreiterin aus Finnland. Das Abitur machte ich 2004. Zu meiner Familie gehören neben meiner Mutter und meinem Vater noch drei ältere Schwestern, von denen nur eine Reiten als Hobby hatte. Geboren wurde ich in Mikkeli, aber meine Kindheit verbrachte ich in Tuusula, als mein Vater bei der Armee arbeitete. Meine Mutter ist Psychiatrieschwester.

Am Anfang des Hobbys: Begeisterung und Ängste

Die jüngste meiner älteren Schwestern, Tiia, ritt bereits bevor sie zur Schule ging. Ich war mit dabei im Stall und beobachtete und bewunderte die Pferde. Immer wenn es die Möglichkeit zum Reiten an der Longe gab, wollte ich unbedingt mitmachen. Das eigentliche Reiten begann ich als Achtjährige in Järvenpää.

Die ersten Turniere

Im Jahr 1993 zogen wir nach Hyvinkää um und ich begann mit Reitstunden bei Riitta Holopainen. Mein erstes Turnier war ein Springturnier, an welchem ich mit einem Schulpferd teilnahm. Danach ritt ich an Vereinsturnieren sowohl Dressur- als auch Springreiten.

Als ich 12 Jahre alt war, setzte mich meine damalige Reitlehrerin und heutige Trainerin Riitta Holopainen auf den Rücken des Schulponys Fatuhiva. In einer Reitstunde sagte sie, dass wir das nächste vielversprechende Paar sein werden.

In den Jahren 1999 und 2000 ritt ich auf Fatuhiva erfolgreich bei den Meisterschaftsturnieren der Reitschüler. In beiden Jahren gewann ich die Meisterschaften der Ponyreiter und 2000 gewann ich auch die Springreitmeisterschaft. Danach bot uns Riitta Fatuhiva zur Miete an und wir ergriffen die Gelegenheit.

Dressurreiten war mein Ding

Das Dressurreiten war unsere Stärke und auch mein Interesse dafür war größer als für das Springreiten. Zusätzlich liegt das Schwergewicht des Reitsportzentrums Hyvinkää eher auf Dressurreiten, auch daher war das Dressurreiten nur logisch.

Antero und Sini Spirit

Die Familie Brotherus, die meine Phase mit Fatuhiva mitverfolgt hatte, bot mir das Turnierpferd ihrer Tochter als Lehrmeister an. So geschah es, dass im Herbst 2001 Åtoftens Volanti, oder in der Stallsprache Antero, aus Deutschland im Privatstall von Riitta Holopainen eintraf. Von da an begann die gemeinsame Periode von Antero und mir, die bis 2005 dauerte. Antero war der beste Lehrer und Kamerad der Welt. Mit ihm durfte ich die ersten Spitzenmomente meiner Reitkarriere und internationale Turniererfolge erleben.

Bald wurde aber trotzdem die Beschaffung eines neuen Pferdes zusätzlich zu Antero aktuell, denn Antero wurde langsam alt. Die Suche nach einem Pferd dauerte über ein Jahr, was mir eine Ewigkeit schien – ein passendes Pferd war einfach nicht zu finden.

Ich war sicher, dass ich es sofort wissen würde, wenn ich eines Tages auf dem Rücken des Richtigen sitzen würde. Und so war es dann auch. Das erste Mal auf dem Rücken von Sini Spirit wusste ich, er ist es, ihn will ich!

Ende Juli 2005 wartete also Sini Spirit schon im Reitstall, als ich mit Antero von einer langen Turnierreise der EM und der Nordischen Meisterschaften zurückkehrte. Ich war wirklich Feuer und Flamme, denn nun konnte ich Sini alles beibringen, was ich beim Reiten mit Fatuhiva, Antero und vielen anderen Pferden gelernt hatte.

Im Jahr 2005 zog ich mit Sini Spirit nach Deutschland zur Arbeit und zum Training im Reitstall von Hubertus Schmidt. Und auf dieser Reise bin ich nach wie vor.